Ausstellungen

Einzelausstellungen (Auswahl)
1980 Kulturbundgalerie Berlin-Lichtenberg
1993 Christengemeinschaft Dresden, Buchhandlung Engel & Streffer Dresden
1995 Galerie Kunstverein „Alte Feuerwache Loschwitz“ e.V. „Die Barke des Osiris“
1997 Theatergalerie Puppentheater Hagen „Überfahrt“
1998 Kamenz Haus der Kultur
1999 Jugendbibliothek Dresden, Galerie Skell, Schmiedeberg/ Erzgeb. “Ansichten“
2001 Ladengalerie „Interpool“ Dresden, Kunstverein „Alte Feuerwache Loschwitz“ e.V.,
Kuratorium Altstadt Pirna e.V., Klinikum TU Dresden Medak Phoniatrie
2002 Zentrum f. zeitgenössische Musik Dresden „Erinnerungen“
2004 Kunsthalle Dresden im „art´otel“ „...noch mehr indigo...“
2005 Verwaltungsgericht Dresden „Im Land Sizilien und anderswo“ Reisebilder
2008 Barockgarten Großsedlitz
2009 Firma Linde Dresden, Stadtarchiv Dresden
2010 Hauptbibliothek Dresden
2014 Ortsamt Loschwitz und Blasewitz
2016 Rathaus Radeberg
Ausstellungsbeteiligungen (Auswahl)
1980 Fernsehturm Berlin
1993 Kunstverein „Alte Feuerwache Loschwitz“ e.V. „Indien“ mit M.Uhlherr
1995 Palmenhaus Pillnitz, Galerie am Damm „Miniatur“
1996 Spirala II, Polen Sweradow Zdroj, Sächsischer Künstlerbund Dresden „Italienbilder
1997 Bautzner Kunstverein „Italienbilder“
1998 Galerie im Salzstadel, Regensburg, mit Sandor Doro, Volker Lenkeit, Lutz Fleischer,
Richard Mansfeld u.a.
1997, 2002, 2005 Sommergalerie Hofefeld, Frauenstein / Erzgeb.
2002 Galerie am Laubegaster Ufer, Dresden, „Aqua vita“
Bautzner Kunstverein, Jubiläumsausstellung zum 10-jährigen Bestehen
2004 Kuratorium Altstadt Pirna e.V. Mägdleinschule „Malerin und Modell“ mit Helga Peter-Sternkopf
und Christine Wahl
2004 Kreative Werkstatt „Galvanohof“ Dresden „Die große Arkana“
2008 Tellerprojekt „Kreative Werkstatt“ Dresden Ausstellung in „Galeria Design“ Wrozlaw, Polen
2010 Galerie unter den Linden, Herzebrock Kirchplatz 15 mit Sigrid Artes

Laudatio zur Ausstellungseröffnung Firma Linde

Cirka 56 Arbeiten, Malerei, Grafik und Zeichnungen zeigt die Dresdner Malerin Cornelia Janecke in einer Werkschau hier bei Linde Engineering Dresden auf zwei Etagen. Die studierte Bauingenieurin kam 1987 nach Dresden mitten in die turbulenten Wendejahre. Während des Abiturs hatte sie mit 15 Jahren 1969-73 an der Abendschule der HfBK gemeinsam mit ihren Mitstudenten Hubertus Giebe, Wolfgang Smy und Sabine Gumnitz die ersten Schritte auf dem Gebiet der Kunst unternommen. Bei den Professoren Bruno Konrad, Ursula Rzodecko und Gerhard David. Dabei hatte Cornelia Janecke immer schon gemalt und gezeichnet, auch in den schwierigen Jahren der Ausbildung im Brotberuf und der fürsorglichen Arbeit für die Familie mit den vier Kindern. Dresden war wie eine Befreiung aus tiefer Depression, vom Dorfe in die Großstadt, eine Erlösung auch in Sachen Kunst und ein Ort, wo sich ihr Talent entfalten konnte. 1995-1996 war sie bereits künstlerische Mitarbeiterin im Kunst-und Kulturverein "Alte Feuerwache Loschwitz". 1997 erfolgte die Aufnahme in den Künstlerbund. Seit 1999 ist sie eine gefragte Dozentin an der Volkshochschule Dresden und leitet seit 2008 Mal-und Zeichenkurse an der Jugend-und Kunstschule Dresden.
Cornelia Janeckes künstlerische Sujets sind Landschaft, Stilleben, Interieur und Akt, auch das Porträt. In dieser Aussstellung beschränkt sie sich auf Stilleben und Landschaft, darunter auch Mischformen von beiden. Aus den Eindrücken von Reisen, die sie in Skizzenbücher notierte, entstand eine ganze Serie von Mischtechniken und Gouachen zu Italien und die Türkei, besonders zu Sizilien, Taormina und die Küsten, aber auch Motive mit Feigenbäumen, üppigen Palmenhainen, Tempeln, Palästen und Moscheen. Auch Impressionen von einer Ägyptenreise auf dem Nil. Neben einer Reise nach Jerusalem, wo sie die Altstadt malte (ein gelungenes, sehr atmosphärisches Bild) , kommen auch stille orientalische Marktsituationen vor. Bei den italienischen Landschaften überwiegen die Toscana und Umbrien, an den Fels gebaute, mit dem Berg verwachsene Städte und Dörfer (Volterra). In ihren Fantasielandschaften baut sie erinnerte Formen ineinander, setzt Fläche in Fläche und geht mit der Tuschefeder in feiner Lineatur darüber, die wie ein grafisches Netz wirken. Inzwischen hat sie das Landschaftliche durch die vielen Reiseaufenthalte verinnerlicht und schöpft aus dem Erlebten wie aus einem reichen Fundus. Manchen ihrer Landschaften, besonders in der Zeichnung, liegen Mythen und Visionen zugrunde, wie die beiden Blätter zur Flut und zum Turmbau zu Babel.
Von einer besonderen Dichte sind die Dresdner Stadtlandschaften. Zwei intensiv gemalte Bilder sind auch in dieser Ausstellung zu sehen: Die "Augsburger Straße" ist eine bewegte Ansicht, die in die Tiefe der Flucht der Straßen führt. Licht-und Schattenspiele verzaubern die alte Architektur, die Bäume übermitteln ihren vegetabilen Rhythmus auf den gebauten Stein der Häuser, fast beseelt, lebendig. Die andere Ansicht ist die vom "Plauenschen Grund" mit der stählernen Eisenbahnbrücke in der Biegung der Weißeritz, den klaren Spiegelungen des Lichts. Cornelia Janecke ist eine Zauberin des Atmosphärischen gerade in den eher dunklen Dresden-Bildern.
Zwei Arbeiten dieser Ausstellung sind Hommagen an Paul Klee, ein Künstler, der für Cornelia Janecke die größte Anregung und Inspiration darstellt. Dunkle Schattenrisse von Nadelbäumen ragen in Rötlich-Orangenes Licht, geheimnisvoll, naiv, abstrakt. Staffelungen und Stakkatoformen wiederholen die immer gleiche Form in einem immer anderen Licht und Farbigkeit, fast ornamental, von innen heraus leuchtend. Cornelia Janecke hat alles über und von Paul Klee gelesen und sich angesehen. Man spürt in ihrem Werk einiges davon: Die Anregung durch die natürlichen Formen (auch im Stillleben bei den Blumen und Vasen), die sich im Licht unterschiedlich verhalten, das Spiel mit den Formen, die Magie der Farbe, das Leuchten und Schweben der Formen.
Zu den dichtesten Ölbildern dieser Aussstellung aber gehören die Stilleben. Feine Zartheit hier, kompakte Dichte dort. Manches ist auf das Fensterbrett gelegt und atmet den Geruch der Küche, der sich mit dem Duft der Blumen mischt. Helles Licht hinter den dunklen Formen, Strahlkraft und Behutsamkeit des Vegetabilen. Ich traf die Künstlerin oft im Botanischen Garten der TU Dresden gemeinsam mit ihren Schülern und Kursteilnehmerinnen, zeichnend und über die Natur und ihre Kraft nachsinnend, über die Art diskutierend, wie man ihre Geheimnisse auf das Papier bringt. Gleichzeitig bezieht die Malerin die Dinge des Stillebens in eine Landschaft ein. Vorn und hinten sind gleichberechtigt, alle Dinge haben einen gleichen Wert, sind in ihrem stillen Klang hingebreitet. Zwischen Blumen entdeckt man eine Schar von Masken und Larven, wie Blumen dazwischen gesteckt, neugierig, komisch, eine kleine Narretei.
Zu den Kostbarkeiten dieser Ausstellung gehören die Zeichnungen mit Sepia, Feder und Pinsel sowie die Radierungen. Ein Folge aus 7 Blättern beschreibt das Leben in einem marokkanischen Hafen, die Masten der Kräne und Schiffe sind herausragende grafische Zeichen in einem Geflecht aus Linien und lavierten Flächen in unterschiedlichen Grau-und Schwarztonwerten. Struktur pur. Die Aquatinten und die Ätzradierungen sowie einige Lithografien bilden den Abschluss der Präsentation, sind landschaftliche Impressionen von geliebten Ort auf Reisen und zu Hause, manches eher abstrakt, anderes wieder ganz realistisch, Kabinettstücke der Erinnerung, Erlebnisberichte und zweites Erleben, virtuelles Genießen des Eindruckes und schließlich für uns ein Raum-und Zeiterlebnis des Wirklichen durch die Optik einer anderen Sehweise.
Ich danke Ihnen!
Heinz Weißflog

 Alter Hafen Loschwitz
Augsburger Strasse am Morgen
Weißeritzbrücke, Plauenscher Grund